Die Wale als größte Säugetiere geben dem Menschen bereits seit Jahrhunderten Rätsel auf. Sie sind in ihrem Leben sehr anpassungsfähig, sie sind Säugetiere, die mit Lungen atmen, aber unter Wasser leben. Für jeden Atemzug müssen Sie aus dem Meer auftauchen. Sie schaffen es, je nach Art, die Luft unter Wasser bis zu zwei Stunden anzuhalten. Doch das sind längst nicht die eigenen Superlative, die in punkto Wale auftreten. Vielmehr gibt es zahlreiche weitere interessante Details.
So leben Wale vorrangig in kalten Gewässern, wie der Arktis und der Antarktis, wo sie auch ihre Nahrungsquellen finden. Genauso kommen einige Arten in der Ost- und Nordsee, rund um den Äquator oder gar in großen Flüssen vor. Beispielsweise sind Flussdelfine bekannt, die im Amazonas, im Ganges oder im Jangtse leben. Sie mussten sich im Laufe ihrer Entwicklung stetig an die äußeren Gegebenheiten anpassen, wie die trüben Gewässer, die eine hervorragende Schallortung voraussetzen, sowie eine große Wendigkeit.
Ebenfalls ist es bewundernswert, wie die Wale Tausende Kilometer weit wandern, etwa von den Aufzuchtregionen rund um den Äquator bis zu den Nahrungsgebieten in der Arktis. Die größten bekannten Wale sind die Blauwale, die bis zu 34 Meter lang werden können. Sie gelten auch als größte Lebewesen der Erde und überschreiten sogar das Gewicht eines Elefanten um ein Vielfaches. Die Pottwale sind ebenfalls echte Rekordhalter unter dieser Tiergattung, sie können bis zu 2.000 Meter tief tauchen, um ihre Beutetiere, die Tintenfische, zu jagen. Die Buckelwale dagegen sind bekannt für ihre Sangeskünste. Stundenlang können sie unter Wasser „singen“ und die Klänge sind Tausende von Kilometern weit zu hören.
Die Zahnwale
Die Wale werden in verschiedene Gruppen unterteilt, darunter auch die Zahnwale. Unter dieser Gruppe werden drei Arten der Pottwale, sechs kleinere Schweinswale und die echten Delfine zusammen gefasst. Außerdem fallen die Flussdelfine in diese Gruppe. Die Zahnwale werden durch die Ausbildung von Zähnen charakterisiert. Während einige Arten lediglich einen Zahn entwickeln, können es bei anderen Arten bereits mehr als 200 Zähne sein.
Die Orientierung der Zahnwale erfolgt mittels der Echoortung. Unter Wasser werden hochfrequente Töne abgegeben, durch deren Schall, der zurückkommt ein Bild der jeweiligen Umgebung entsteht. Die Töne der Wale können vom menschlichen Gehör dabei nicht erfasst werden. Sie sorgen jedoch dafür, dass sich die Zahnwale selbst in den tiefsten Regionen des Meeres bei absoluter Dunkelheit ideal orientieren können.
Die Pottwale sind ebenfalls bekannte Arten der Zahnwale. Sie wurden vor allem durch das Buch „Moby Dick“ bekannt. Sie können mehre Tausend Meter tief tauchen und halten dabei bis zu zwei Stunden tief unter Wasser durch. Dort jagen sie ihre Beute, zu denen verschiedene Tintenfischarten, wie die Riesenkalmare, zählen. Die Schnabelwale sind dagegen bisher noch sehr wenig erforscht. Es wurden mittlerweile zwar 18 verschiedene Arten der Schnabelwale entdeckt, allerdings leben sie meist weit von den Küsten entfernt, so dass sich die Forschung als schwierig gestaltet. Bekannt ist lediglich, dass sie in kleinen Gruppen oder als Einzeltiere leben.
Die kleinsten Wale sind die Schweinswale, zu denen auch der Kleine Tümmler gehört. Er ist der einzige Wal, der auch in Deutschland vorkommt. Die Schweinswale sind dabei eng verwandt mit den echten Delfinen, die wiederum die größte Artenvielfalt bei den Walen mit sich bringen. Zu ihnen zählen beispielsweise der Orca oder der Schwertwal. Er stellt auch gleichzeitig den größten Delfin dar und kann bis zu neun Meter lang werden. Dabei wird ein Gewicht von mehr als vier Tonnen erreicht. Die Orcas leben meist in Familienverbänden und bleiben mit diesen ihr ganzes Leben zusammen. Ihr Lebensraum ist in der Nähe der Küsten, die Gewässer müssen jedoch recht kühl sein. Alleine die Größe der Rückenflosse, die unter Experten auch als Finne oder Schwert bezeichnet wird, ist beeindruckend. Sie kann bis zu zwei Meter hoch werden.